{"id":13,"date":"2013-06-04T20:26:47","date_gmt":"2013-06-04T18:26:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/?page_id=13"},"modified":"2021-04-10T13:46:01","modified_gmt":"2021-04-10T11:46:01","slug":"medien","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/medien\/","title":{"rendered":"Medien"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<h1>Politik des Traums &#8211;<\/h1>\n<h3>Kunstwerk Traum &#8211; Schl\u00fcssel zur Utopie<\/h3>\n<h4>rezensiert von Wolfgang Schmidbauer in<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Psychologie-Heute_04_2021.pdf\">Psychologie Heute_04_2021<\/a><\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>Zur\u00fcck in Deutschland:<\/h1>\n<h2>Rezension in der WELT:<\/h2>\n<p><b>Lebendiges Afrika, langweiliges Deutschland<\/b><\/p>\n<p>Der deutsche Schriftsteller, Schauspieler und Ex-RAF-Mann Christof Wackernagel hat sich in das Land Mali verliebt. Doch dann kam der Milit\u00e4rputsch \u2013 und Wackernagel konnte nur noch Tagebuch f\u00fchren. Von Jonathan Fischer<\/p>\n<p>Christof Wackernagel spricht in der Talk-Show Anne Will zum Thema &#8222;Krieg in Mali \u2013 deutsche Soldaten an die Front?&#8220; im Januar 2013, nun ver\u00f6ffentlicht er das Tagebuch &#8222;Reden statt Schie\u00dfen. Milit\u00e4rputsch in Mali als Kunst des Dialogs. Ein Tagebuch&#8220;<\/p>\n<p>Am 27. November 2013 wurde der einstige Putschistenf\u00fchrer Amadou Sanogo in <a title=\"zur Reportage aus Bamako\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/article113370197\/Unterwegs-mit-einem-der-den-Terror-kennt.html\">Bamako<\/a> verhaftet. Der frisch gew\u00e4hlte malische Pr\u00e4sident Ibrahim Boubacar Keita setzte damit ein klares Zeichen f\u00fcr den Rechtsstaat \u2013 und gegen Willk\u00fcr und Gewalt. Kann Mali also immer noch als Vorbild f\u00fcr Afrika dienen? <a title=\"Christof Wackernagel in der Talk-Show von Anne Will\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/fernsehen\/article113097446\/Ex-RAF-Terrorist-hat-das-Will-Publikum-hinter-sich.html\">Christof Wackernagel<\/a> w\u00fcrde sich das w\u00fcnschen. Der deutsche <a title=\"News, Hintergr\u00fcnde und Portr\u00e4ts zu Autoren finden Sie auf unserer Themenseite.\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/autoren\/\">Schriftsteller<\/a>, Schauspieler und Ex-RAF-Mann hatte sich 2001 dauerhaft in dem Land niedergelassen, weil er dort eine gelebte gesellschaftliche Praxis des Dialogs vorfand, wie sie wohl weltweit einmalig ist.<\/p>\n<p>So zumindest schreibt es der Auswanderer in seinem Buch &#8222;Reden statt Schie\u00dfen in Mali: Milit\u00e4rputsch in einer Kultur des Dialogs&#8220;: &#8222;Vom Ehekonflikt bis zur gro\u00dfen politischen Auseinandersetzung \u2013 man redet erst mal miteinander&#8220;. Wackernagel verliebte sich in diese Gesellschaft. Und genoss es, abends vor seinem Haus mit Nachbarn, H\u00e4ndlern, Polizisten \u00fcber Politik im Gro\u00dfen wie im Kleinen zu palavern.<\/p>\n<p>Bis der Milit\u00e4rputsch vom 21. M\u00e4rz 2012 die Idylle auszul\u00f6schen drohte. Meuternde Soldaten unter F\u00fchrung des Hauptmanns Sanogo hatten den Pr\u00e4sidentenpalast gest\u00fcrmt und die Regierung von Pr\u00e4sident ATT nur f\u00fcnf Wochen vor geplanten Wahlen \u2013 und w\u00e4hrend der Besetzung des Nordens durch Tuaregs und islamistische Milizen \u2013 f\u00fcr abgesetzt erkl\u00e4rt. Regierungsloyale Soldaten wurden verhaftet, gefoltert und get\u00f6tet<\/p>\n<p><b>Lust und Freude statt Profit<\/b><\/p>\n<p>So etwas hatte man in Bamako bisher kaum f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Und nicht nur Christof Wackernagel war schockiert: &#8222;Ein Putsch in einem Land, das Afrika und dem Rest der Welt dabei war zu zeigen, dass die Afrikaner eben nicht so sind, wie ihr Klischeebild sie zeichnet? In dem ich eine lebendigere Demokratie erlebt hatte, als ich sie aus dem langweiligen Deutschland kannte? Eine Lebenslust und Lebensfreude, wie ich sie in dieser unserer verwalteten Profitmaximierungswelt schon nicht mehr f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hatte?&#8220;<\/p>\n<p>Man kann aus diesen Zeilen des Schriftstellers eine Menge entt\u00e4uschte Schw\u00e4rmerei herauslesen. Und doch kennt sich wohl niemand in Deutschland besser mit den Winkelz\u00fcgen malischer Politik aus als Wackernagel. Er liest die gro\u00dfen globalen Zusammenh\u00e4nge aus dem afrikanischen Nachrichten-Dschungel heraus. Das macht Wackernagels &#8222;Reden statt Schie\u00dfen in Mali&#8220; zu einer unentbehrlichen Lekt\u00fcre f\u00fcr jeden, der verstehen will, wie die politischen Ersch\u00fctterungen in einem vermeintlich unbedeutenden westafrikanischen Land nicht nur mit dem Schicksal der ganzen Region, sondern auch der Zukunft unserer westlichen Welt verflochten sind.<\/p>\n<p>Das Ringen zwischen Idealismus und Korruption, westlichem Fortschritt und Islamisierung, Tuareg-Mythen und Vielv\u00f6lkerstaat: Hier bilden sich im Klein-Klein des R\u00e4nkespiels malischer Politiker und Warlords die Probleme nicht nur vieler afrikanischer Nationalstaaten \u2013 nein, die Verwerfungen der ganz gro\u00dfen Weltpolitik ab.<\/p>\n<p><b>Jeder Elektriker kennt die Verfassung<\/b><\/p>\n<p>Wackernagels Putschtagebuch setzt an dem Tag ein, an dem Amadou Sanogo sein Land ins Chaos st\u00fcrzt, und es begleitet ein gutes Jahr lang die Krise: In Augen- und Ohrenzeugenberichten, Nachrichten und Stra\u00dfenger\u00fcchten, atmosph\u00e4rischen Schilderungen eines Alltags unter der doppelten Bedrohung durch Milit\u00e4rjunta und Islamisten.<\/p>\n<p>Dabei bewundert Wackernagel einerseits die politische Kompetenz selbst einfacher Elektriker, die sich genau mit den Paragraphen der Verfassung auskennen \u2013 und muss andererseits die Ausw\u00fcchse der Dialogkultur erkennen: &#8222;Das \u00f6ffentliche Leben&#8220;, notiert Wackernagel zwei Tage nach dem Putsch, &#8222;ist nun v\u00f6llig lahmgelegt, selbst die Tankstellen sind geschlossen. Die einzigen, die daf\u00fcr sorgen, dass das Leben als solches weitergeht, sind mal wieder die Frauen, sie schleppen weiter Wasser oder Lebensmittel auf ihren K\u00f6pfen und Kinder auf ihren R\u00fccken durch die Stra\u00dfen und kochen zu Hause oder am Stra\u00dfenrand, damit die M\u00e4nner die \u00fcberall diskutierenderweise herumstehen oder \u2013 sitzen beim buchst\u00e4blichen Abwarten und Teetrinken nicht verhungern&#8220;.<\/p>\n<p>Wackernagel ist Moralist, aber einer der die Realit\u00e4ten der Politik anerkennt. Gegen einen skrupellosen Gegner kann der Dialog nichts ausrichten. Die Anti-Nato-Ressentiments deutscher Linker, die die Milit\u00e4rhilfe Frankreichs gegen die vorr\u00fcckenden islamistischen Milizen verurteilten, weist er als wirklichkeitsfremd zur\u00fcck: Will man 14 Millionen Malier wirklich gegen ihren Willen unter die Scharia zwingen lassen?<\/p>\n<p><b>Demokratie von unten<\/b><\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten wirkt Wackernagels Tagebuch, wenn der Autor tief in das allt\u00e4gliche Handgemenge eintaucht und f\u00fcr eine s\u00e4kulare, aufgekl\u00e4rte Gesellschaft streitet. Letztlich geht es ihm weniger um L\u00f6sungen f\u00fcr die malische Politik. Sondern um die W\u00fcrde des Menschen.<\/p>\n<p>Respekt vor dem Andersdenkenden und die Demokratisierung der Gesellschaft von unten \u2013 waren das nicht die Anliegen, f\u00fcr die Wackernagel sein ganzes Leben lang gerungen hat? Von Bamako, das bleibt das Fazit seines Buches, k\u00f6nnen wir alle lernen.<\/p>\n<p><i>Christof Wackernagel: &#8222;Reden statt Schie\u00dfen. Milit\u00e4rputsch in Mali als Kunst des Dialogs. Ein Tagebuch&#8220;, Prospero Verlag, 207 S., 17,95 Euro.<\/i><\/p>\n<h3>Interview mit dem SWR:<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u-iB_1KIT38\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u-iB_1KIT38<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik des Traums &#8211; Kunstwerk Traum &#8211; Schl\u00fcssel zur Utopie rezensiert von Wolfgang Schmidbauer in Psychologie Heute_04_2021 Zur\u00fcck in Deutschland: Rezension in der WELT: Lebendiges Afrika, langweiliges Deutschland Der deutsche Schriftsteller, Schauspieler und Ex-RAF-Mann Christof Wackernagel hat sich in das Land Mali verliebt. 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