{"id":218,"date":"2010-09-01T22:11:27","date_gmt":"2010-09-01T20:11:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/?p=218"},"modified":"2016-05-27T22:12:33","modified_gmt":"2016-05-27T20:12:33","slug":"leben-in-banconi-razel-bericht-von-ebby-jost-dezember-2008","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/leben-in-banconi-razel-bericht-von-ebby-jost-dezember-2008\/","title":{"rendered":"Leben in Banconi Razel &#8211; Bericht von Ebby Jost &#8211; Dezember 2008"},"content":{"rendered":"<h1>Leben in Banconi Razel &#8211;<\/h1>\n<h1>Bericht von Ebby Jost &#8211;<\/h1>\n<h1>Dezember 2008<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-334\" title=\"e1\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e1.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ger\u00e4usche<br \/>\nSind hier vielf\u00e4ltig. So manche Nacht der Hundechor. Ein vom Wind her und weg gewehtes Gebell-Geheule, auf und abwabernd im Widerhall der Steinbruchwand, eher eine sandabschab Wand, wo in Handarbeit mit Hacke und Schaufel die M\u00e4nner allein oder zu zweit, einen Streifen Wand von oben angefangen, gerade so breit und tief, dass sie arbeiten k\u00f6nnen, abhacken und schaben und den Abraum zwanzig bis drei\u00dfig Meter in die Tiefe schaufeln.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-336\" title=\"e2\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e2-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Arbeitsplatz gelangt man nur von oben \u00fcber in den festgebackenen, sandigen Fels gehauene Stufen. Zur Arbeitszeit ist die Wand in Staubfahnen geh\u00fcllt. Halb weg ist er schon der Berg. Aber jetzt ist ja Nacht, er ist nicht zu sehen. Eine au\u00dfergew\u00f6hnlich ruhige Nacht. Seltenst ein Auto, ab und zu ein Moped. Manche N\u00e4chte, speziell nat\u00fcrlich Freitag, Samstag, Sonntag; irgendwo klapperts, heute Nacht ist es windiger-ziemlich windig, einer dieser \u00fcberall verwendeter, rostfarbener, blechener mit beweglichen Lamellen ausgestatteter, einfach zusammen geschwei\u00dfter Fensterl\u00e4den, die meist nicht vor Fenster klappen, sondern vor Fliegengitter; ploink\u00a0 ploink&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-338\" title=\"e3\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e3.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ach so- wochenends geht hier oft die Post ab. Von der einen Seite Ballaphon, eine Art Xylophon aus Holz mit kleinen Kalebassenklangk\u00f6r-pern, flotte Trommeln und kr\u00e4ftige Frauenstimmen; die-ser Sound von abends zehn gerne auch bis morens um vier, von der Bergseite her. Von rechts ein h\u00f6heres, hei\u00dft kleineres Ballaphon, h\u00f6rt man auch kilometerweit, auf und abschwellend, je nach Wind. Dazu noch aus der Boutique, so hei\u00dfen die kleinen L\u00e4den hier, wo der t\u00e4gliche Kleinkram verkauft wird, Zigaretten einzeln usw., recht laut Mali Musik aus der Konserve und von weiter unten aus Richtung der Stadt Livemusik aus den Verst\u00e4rkern. Um vier stimmt dann der eine oder andere Muezzin sein Klagelied an. In der n\u00e4heren Umgebung zuerst noch am lautesten die spielenden Kinder auf dem Platz vor dem chateau d\u00b4eau, dem von den Japanern als cadeau gebauten Wasserspeicher.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-339\" title=\"e4\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e4.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>A propo Wasser, die Pisse l\u00e4uft nicht ab. Hier pi\u00dft Mann und Frau am besten in den Abfluss, der in der Mitte eines jeden Bades plaziert ist, als Mann kann man ja auch ins Waschbecken pissen, aber das ist pl\u00f6tzlich dicht. Wenn ich das Waschbecken mit<br \/>\nWasser f\u00fclle und dann ablasse, dr\u00fcckt das Ganze aus dem Duschabfluss wieder heraus. Diese Pissmethode ist \u00fcbrigens \u00e4u\u00dferst Wasser sparend und hat sich hier durchgesetzt. Einmal pissen Duschabfluss oder Waschbecken mit einem Liter Wasser, oder einmal ziehen am Sp\u00fclklo mit sechs bis sieben Liter Wasser. Der Sp\u00fclkasten vom Klo wird mit Eimern bef\u00fcllt, die bef\u00fcllt der Wassermann Sountje, ein lieber junger Typ, der mich immer anstrahlt, etwas st\u00e4rker nach Schwei\u00df riechend, also schwitzend, nachdem er acht Kanister a zwanzig Litern mit einem zweir\u00e4drigen Wagen, bei uns w\u00fcrde man \u201eMopedanh\u00e4nger\u201c sagen, den Berg hinauf geschoben hat. Und das zu uns alleine auch zweimal am Tag. Das nur so nebenbei, aber gestern Abend war der See im Bad schon arg gro\u00df und roch unangenehm nach Pisse. Nun gut, heute Nachmittag rumgestochert und mit neu gekauftem P\u00fcmpel, sogar mit Handpumpe dran, nach giftigem Plastik intensivst riechend., versucht freie Bahn zu schaffen immerhin mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg, wie ich beim ins Bett gehen feststellte. Es blubberte rythmisch im angenehmen \u2013 blupp blupp bl\u00fcpp &#8211; blupp blupp bl\u00fcpp \u2013 bl\u00fcpp blupp \u2013 bl\u00fcpp blupp.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-340\" title=\"e5\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e5-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie gesagt, die Ger\u00e4usche sind hier vielf\u00e4ltig und das waren bestimmt noch nicht alle. Jetzt fangen die Hunde wieder ihren Chor an, die M\u00fccken summen ihr aufreizendes Lied. Aber ich liege unter dem Moskitonetz gesch\u00fctzt \u00e4tsch! C\u00e4 koro ba weint im Schlaf etwas, hat heute heftig eins auf die Birne bekommen der Arme. Aber er musste ja unbedingt auf Sountjes Wasserwagen w\u00e4hrend er ihn die Rampe, die ins Haus f\u00fchrt, hinauf schiebt und platsch liegt der kleine Prinz auf dem Boden und hat zwei dicke blutende Beulen am Kopf. Geschwind mit Spray desinfiziert, dann auf dem Arm von Madu zur Arztstation um die Ecke, vorher ihm noch 5000 FCFA in die Hand gedr\u00fcckt. Als er nach einer knappen Stunde wieder kam, hatte der Kleine einen recht notd\u00fcrftigen Verband um den Kopf gewickelt, Madu hatte f\u00fcr 2000 FCFA Verbandszeug in der Apotheke kaufen m\u00fcssen, dann wurde der Verband angelegt, und ein Rezept-\u00b4- wie sollte es hier anders sein \u2013 f\u00fcr Antibiotika ausgestellt, und der kleine Patient f\u00fcr morgen\u00a0 zum Nachschauen bestellt. Die Antibiotika haben wir gestrichen und einen morgigen Besuch in der Krankenstation, wo unsere befreundeten \u00c4rzte von der \u00e4rztlichen Hilfsgruppe arbeiten, ins Auge gefasst.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-341\" title=\"e6\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e6.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Krankenhaus muss man 1000 FCFA, f\u00fcr jeden privaten Arztbesuch muss man hier\u00a0 mindestens 5 \u2013 6000 FCFA pro Woche plus Medikamente zahlen. 6650 FCFA sind 10\u20ac. Kein Geld hei\u00dft kein Arzt. So einfach ist das hier. Jetzt ist`s fast drei Uhr und ich m\u00f6chte eingeschlafen sein, bevor um vier Uhr der Muezzin ruft.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-343\" title=\"e7\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e7.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p>Klopfen<br \/>\nIst hier ein allgemein sehr verbreitetes Ger\u00e4usch. Ob f\u00fcr To, letztlich ein puddingartiges Gericht aus Mais mit So\u00dfe aus Zwiebeln, M\u00f6hren, Tomaten und Tomatenmark, gr\u00fcndlich gekocht, oder Hirse; in gro\u00dfen Holzm\u00f6rsern zerkleinern die Hausfrauen weithin h\u00f6rbar das Getreide mit rhythmischen Schl\u00e4gen. Richtig ab geht es bei den Stoffschl\u00e4gern, die zu dritt die Baumwollstoffe f\u00fcr Bubu`s plattklopfen; das kann wenn`s sein muss auch die ganze Nacht durchgehen. In immer wiederkehrenden Rythmen mit kurzen Unterbrechungen. Manchmal stampft auch ein motorgetriebener Hammer seinen Schlag dr\u00f6hnend in die Landschaft. Nur andauernder Autol\u00e4rm ist hier am Stadtrand nicht zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-344\" title=\"e8\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e8.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>C\u00e4 koro ba, (Mann alt viel), geht\u2019s nach dem morgendlichen Verbanderneuern wieder gut; wenn der nicht gleich kriegt was er will, legt er sirenenartiges Geheul ein und stampft mit den F\u00fc\u00dfen auf den Boden. Schwingt sich Madu auf das Moped, geht die Sirene los. Lieb sein kann er aber auch, der Dickkopf. Und das ist seine Schwester Mah:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-347\" title=\"e10\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e10.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Tage vergehen auch hier wie im Flug so sicher wie die Flughunde zwischen 18,40 Uhr und 19,10 Uhr von S\u00fcdosten nach Nordwesten flattern, hei\u00dft von der Stadt wo sie Unterschlupf in unbewohnten H\u00e4usern finden auf`s Land zum Fressen. Sie sind Fr\u00fcchtefresser, haben bis zu ein Meter und f\u00fcnfzig Spannweite, hab ich in Mayers Lexikon von Christof nachgeschaut, in Afrika wie man sieht beheimatet, hier nur so um die 50 bis 60 cm Spannweite, aber schon sehr gro\u00dfe Flattertiere, und sehr p\u00fcnktlich. Auch die Fr\u00f6sche sind, im Gegensatz zu den meisten Menschen, ziemlich p\u00fcnktlich. Bei Einbruch der kurzen D\u00e4mmerung kommen sie durch den Eingang hereingeh\u00fcpft, von Leo und den Menschen geduldet, grau-braun mit Flecken in gelblich und bewegen sich zielstrebig zu der Neonr\u00f6hre an der Studiowand, wo sie eifrig nach oben schauend auf die abst\u00fcrzenden Insekten warten. Die Fr\u00f6sche sind stumm, zumindest wenn sie hier bei uns sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-345\" title=\"e9\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e9.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">Das Tabasci Fest, vierzig Tage nach Ramadan.<\/span><br \/>\n\u00dcberall ziehen gr\u00f6\u00dfere und kleinere Schafherden durch die Stadt, besonders eindrucksvoll bei tobendem Feierabendverkehr auf einer vierspurigen Stra\u00dfe im Dunkeln gerade noch vertretbar von der schwachen Stra\u00dfenbeleuchtung und Fahrzeugscheinwerfern, so vorhanden, erhellt. (Auf 85% der Stra\u00dfen gibt es keine Beleuchtung).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-346\" title=\"e12\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e12.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00dcberall bl\u00f6kt`s und m\u00e4ht`s, sind vor den H\u00e4usern gro\u00dfe Schafb\u00f6cke angebunden und warten auf den H\u00f6hepunkt ihres Daseins \u2013 das Fest. Drei Tage wie bei uns Weihnachten. Alle haben ihre festlichen Bubu`s an, die Verwandten kommen, alle wollen cadeaux, Geschenke, man ist freigiebig bei den Bettlern die \u00f6fter vor der T\u00fcr oder pl\u00f6tzlich im Hof stehen und gibt hundert FCFA oder was zum Essen. Die Nachbarn werden besucht. \u00dcberhaupt cadeaux \u2013 Als Wei\u00dfer bist du erstmal das cadeaux Opfer an sich. Am schwierigsten ist es wenn es sich um Bekannte handelt, die erwarten vom reichen Wei\u00dfen was zu bekommen. Auch wird gerne versucht hintenherum dir etwas ab zu luchsen. Auf der Stra\u00dfe mit den Telefonkartenh\u00e4ndlern und \u00e4hnlichen Gesch\u00e4ftsleuten ist es einfacher, du lachst sie freundlich an, sch\u00fcttelst den Kopf, sagst akain was gut hei\u00dft, sie l\u00e4cheln zur\u00fcck und gut ist`s, und wenn aus dir ein Bambara Wort rauskommt freuen sich alle und du wirst mit dem Bambara Begr\u00fc\u00dfungszeremoniell \u00fcbersch\u00fcttet, das sich, wenn du wei\u00dft wies geht, auch \u00fcber mehrere Minuten hinziehen kann.<br \/>\nEr\/sie: ani wula. (sch\u00f6nen Nachmittag) Du: n`bah ani wula. (gro\u00dfe(n) (Mutter) sch\u00f6nen Nachmittag) somo go bee di (wie geht es den Leuten im Haus), der eine, toro si te (Probleme gibt\u2019s nicht) und dann kann es ewig weitergehen wie: wie geht\u2019s den Kindern \u2013 alle Verwandte durch usw. zum Schlu\u00df der Mann: n`bah, die Frau n`ce.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-348\" title=\"e13\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e13.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Nachbarn<br \/>\nUnd wieder ist es mir nicht gelungen ein dunkles Gesicht sichtbar auf die Platte zu bannen, immer stellen sie sich geschickt in den Schatten. Das wird schon noch!<br \/>\nMamu wohnt gegen\u00fcber mit ihrer Familie in einem Rohbau ohne Strom, Nachts mit Taschenlampen oder Handybeleuchtung im Haus unterwegs. Resolut, wie viele Frauen hier, klein, drahtig und ein uriges afrikanisches Gesicht, passend zum Namen. Zwei erwachsene T\u00f6chter Anfang zwanzig hat sie. Die \u00c4ltere mit Baby, den Namen hab ich noch nicht herausgefunden. Der\u00a0 Erzeuger kommt nur ab und zu und zahlt nix. Beide h\u00fcbsch anzusehen, eigentlich, wenn sich die \u00c4ltere nicht mit diesem f\u00fcrchterlichen Kortison enthaltenden Zeug das Gesicht verunstalten w\u00fcrde, um eine helle Haut zu bekommen. Angeblich finden das die M\u00e4nner hier sch\u00f6n. Krank machts und h\u00e4sslich fleckig. Kura hei\u00dft sie, hab ich gerade herausgefunden und ein<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-349\" title=\"e14\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e14-e1283342507816-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p>Foto konnte ich auch gleich machen. Abends sitzt sie oft bei uns vorm Haus unter der Neonr\u00f6hre, Christof hat zwei davon anbringen lassen um die Stra\u00dfe zu erhellen, und lernt. Nur das chateau d\u00b4eau, der gro\u00dfe cubische Klotz gegen\u00fcber auf der anderen Stra\u00dfenseite ist rundum beleuchtet. Auch hier sitzen abends junge Leute oder gehen auf und ab und nutzen den gelben Schein der Lampen zum Lernen. Die j\u00fcngere Tochter von Mamu, Aramata, verkauft abends an der Hausecke gebackene Jamswurzel-<br \/>\nPommesfrites, gegrillten Fisch, Pate, in Fett gebackene Teigteile.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-350\" title=\"e15\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e15-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Daneben sitzt die gro\u00dfe Ya Koulibaly mit dem belle belle bobara, dem gro\u00dfen Po, belle belle akafsa fitini, gro\u00df ist besser als klein, immer zwei drei Typen um sich geschart und verkauft Apfelsinen, Papayas, Mangos oder N\u00fcsse.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Yah-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-351\" title=\"Yah 4\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Yah-4-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann gibt\u2019s bei Mamu im Haus noch nen kleinen Zweij\u00e4hrigen, der mich immer mit gro\u00dfen Augen anschaut. Dann ihr freundlicher, zur\u00fcckgezogener Mann, und seit neuestem Verwandte vom Hausbesitzer, der glaube ich in Frankreich arbeitet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-352\" title=\"e16\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e16.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Hausbau geht hier uns unbekannte Wege. Hast du etwas Geld, kaufst du dir ein Grundst\u00fcck, das du dir gerade leisten kannst. Ist wieder Geld da, baust du aus Zement, Sand und Eisen das Grundger\u00fcst f\u00fcr das Erdgeschoss, hast du mehr Geld, machst du dir noch die Zementsteine selber, die gekauften zerfallen schon beim Anschauen, und mauerst sie zwischen die Zement \u2013 Eisens\u00e4ulen und noch eine Treppe Richtung zuk\u00fcnftigen ersten Stock. Geht dann noch die Decke beziehungsweise der Boden f\u00fcr das n\u00e4chste Stockwerk, kannst du dich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen und einziehen. Die Eisen der S\u00e4ulen schauen oben heraus und wenn wieder Geld da ist wird weiter gebaut. Ist alles fertig wird die Baugenehmigung eingeholt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-353\" title=\"e17\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e17.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p>So schauts aus, wenn das Erdgeschoss fertig ist<\/p>\n<p>Neulich haben sich Mamu und Belle Belle Bobara heftig bis zur Schl\u00e4gerei in die Wolle gekriegt wegen der M\u00e4nner die immer um sie herumschw\u00e4nzeln und weil der eine oder andere mal an ihr h\u00e4ngen bleibt. Das Geschrei h\u00e4tte man aufnehmen sollen. Ist Mamu wohl ein zu schlechtes Beispiel f\u00fcr ihre j\u00fcngere Tochter die nebenan ihren Verkaufsstand hat.<br \/>\nEs ist wirklich auff\u00e4llig wie viele junge Frauen mit Kindern auf dem R\u00fccken und Eimern mit Wasser, K\u00f6rben voller Bananen, Geschirr \u2013 gesp\u00fclt an der Wasserstelle, auf dem Kopf, herumlaufen in sch\u00f6ne bunte R\u00f6cke gekleidet.<br \/>\nSieht sch\u00f6n aus, f\u00f6rdert aufrechte Haltung und Wirbels\u00e4ulensch\u00e4den.<br \/>\nKennt man etwas die Verh\u00e4ltnisse, stellt sich heraus, da\u00df meist die Erzeuger verschwunden sind und die M\u00e4dels alleine dastehen \u2013 verheiratet oder nicht. Sind sie verheiratet m\u00fcssen sie sogar aufpassen wenn sie sich mit nem Anderen einlassen. Wird von der Familie des Erzeugers nicht gerne gesehen.<br \/>\nUm die Ecke herum wohnt die sch\u00f6ne Hawa, die abends vor der Haust\u00fcr Tee macht und Bananen verkauft. Zwischen ihr und uns, beziehungsweise Madu und ihr besteht ein reger Teeaustausch. Aber Madus Tee ist einfach der Beste. Trinkst du ihn abends, h\u00e4lt er dich bestimmt bis zwei Uhr wach. Auch sie hat zwei T\u00f6chter mit Kindern und selber auch keinen Mann, geschieden glaube ich &#8211; &#8211; &#8211;<\/p>\n<p>Und was ist jetzt? Ich sitze im Hof am Tisch, es ist halb eins, Mamu w\u00e4scht gegen etwas Geld unsere W\u00e4sche und singt mit dem Radio die Lieder auf Bambara mit, Madu macht Tee, hat die Nachbarin mit Tee versorgt und das Moped vom Stra\u00dfenstaub befreit, Sanata kocht To zum Mittagessen auf den beiden urigen Holzkohle\u00f6fen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e20.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-355\" title=\"e20\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e20-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"290\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-356\" title=\"e19\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e19-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"296\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-357\" title=\"e22\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e22-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"170\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-358\" title=\"e23\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e23-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"243\" height=\"193\" \/><\/a><\/p>\n<p>So, das war der Zwischenbericht \u00fcber meine Umgebung hier bei Christof. Der LKW ist noch nicht verkauft, morgen vielleicht. Zwischen f\u00fcnf und sechstausend Euro werden mir geboten, den besseren nehme ich. Aber ich bin in Mali Afrika und hier wei\u00df man nie nichts genaues bis das Geld auf dem Tisch ist. Noch ist der 19.12.2008 um 23 Uhr und 17 Minuten und es sieht ganz so aus als w\u00fcrde ich \u00fcber Weihnachten hier sein. Es kommt halt immer anders als man denkt. Das Visum gilt noch und wenn das Auto weg ist muss ich noch ein bisschen auf Tourist machen. Zu tun gibt\u2019s hier gen\u00fcgend f\u00fcr mich \u2013 Berichte schreiben, M\u00fccken jagen, Musik zusammen schneiden, der Gro\u00dfb\u00e4ckerei zeigen wie man Sauerteig macht, mit Christof Theaterst\u00fcck schreiben, eine Treppe hab\u00a0 ich schon gebaut und ein italienisches M\u00e4uerchen als St\u00fctze f\u00fcr die K\u00fcchen Arbeitsplatte.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Euch allen sch\u00f6ne Feiertage und ein gutes neues Jahr.<br \/>\nBis zum n\u00e4chsten Jahr. Alles Liebe Ebby<br \/>\nZum Abschluss noch eine Seite mit Fotos.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-359\" title=\"e31\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e31-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e32.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-360\" title=\"e32\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e32-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e26.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-361\" title=\"e26\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e26.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e30.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-362\" title=\"e30\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e30.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e27.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-364\" title=\"e27\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e27.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-363\" title=\"e28\" src=\"http:\/\/blog.christofwackernagel.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/e28.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leben in Banconi Razel &#8211; Bericht von Ebby Jost &#8211; Dezember 2008 Ger\u00e4usche Sind hier vielf\u00e4ltig. So manche Nacht der Hundechor. Ein vom Wind her und weg gewehtes Gebell-Geheule, auf und abwabernd im Widerhall der Steinbruchwand, eher eine sandabschab Wand, wo in Handarbeit mit Hacke und Schaufel die M\u00e4nner allein oder zu zweit, einen Streifen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,5],"tags":[],"class_list":["post-218","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afrika","category-dies-und-das"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=218"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":219,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218\/revisions\/219"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}