{"id":226,"date":"2011-01-28T22:31:02","date_gmt":"2011-01-28T20:31:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/?p=226"},"modified":"2016-05-27T22:32:01","modified_gmt":"2016-05-27T20:32:01","slug":"geld-stinkt-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/geld-stinkt-nicht\/","title":{"rendered":"Geld stinkt nicht"},"content":{"rendered":"<h1>Geld stinkt nicht<\/h1>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">Der Tatort:<\/span><\/p>\n<p>ACI 2000, die Reichen-Meile Bamakos, in der ein Palast sich an den anderen reiht, einer sch\u00f6ner und in phantasievollerer Architektur gebaut als der andere, wo internationale Hotels stehen, Mercedes eine seiner verglasten Stahlbetonvertretungen hat wie auch Peugeot oder Air France, und wo alle Strassen asphaltiert sind und nachts beleuchtet (beides ansonsten in Bamako eher die Ausnahme). Der \u00bbespace cuturel\u00ab Bouna, ein Restaurant mit Bar und Podium f\u00fcr Musik- und Theaterveranstaltungen, geschmackvoll eingerichtet, nat\u00fcrlich mit lokalen Naturbausteinen. Zelte sind in U-Form gegen die Sonne aufgebaut, bequeme Bestuhlung und moderne Verst\u00e4rkeranlagen mit Funkmikrophonen am Rednerpult und einem Tisch f\u00fcr eine Podiumsdiskussion.<\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">Der Tatvorgang:<\/span><\/p>\n<p>An einem Tisch unter einem Bastdach auf dem Terrain des \u00bbespace culturel\u00ab steht eine kleine, schwarzhaarige Frau, ihre Handtasche fest umklammernd, und erwehrt sich des Andrangs eines Menschenpulks, der sie best\u00fcrmt.<\/p>\n<p>Es handelt sich haupts\u00e4chlich um Frauen, elegant gekleidet, mit wertvollen Colliers und Seidenschals geschm\u00fcckt, aber auch um einige M\u00e4nner, nicht weniger geschmackvoll und edel gekleidet. Die Menschen tragen ihren Namen und ihre Adresse in ein Formular ein, und erhalten daraufhin von der ziemlich gestresst wirkenden Frau einen gr\u00fcnen Geldschein, 5000 FCFA, etwa 8 Euro, was etwa zwei Drittel des Monatsgehalts einer normalen Hausangestellten entspricht. Das mehrheitlich noble Publikum, das sich um diese Geldscheine buchst\u00e4blich reisst, ist mit Mercedessen, anderen Luxuskarossen oder Taxen angereist. Es handelt sich um Mitglieder der privilegierten Oberklasse dieses angeblich \u00e4rmsten Landes der Welt, in dem es aber in Wirklichkeit unvorstellbaren Reichtum einer gar nicht mal so kleinen Ober- und Mittelschicht gibt und ebenso unvorstellbare Armut eines Grossteils der Bev\u00f6lkerung, der von eben jener verm\u00f6genden Schicht gehegt und gepflegt wird, um sich an ihm weiter bereichern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">Die Tat:<\/span><\/p>\n<p>Die j\u00e4hrliche \u00bbSensibilisierung\u00ab der lokalen Mitarbeiter der deutschen\u00a0 Hilfsorganisationen in Mali \u2013 GTZ, DED, Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau, deutsche Botschaft \u2013 f\u00fcr \u00bbproblematische Themen\u00ab, heute: \u00bbM\u00fctter und T\u00f6chterbeziehungen\u00ab. Von einer bekannten \u2013 allerdings der Landessprache nicht m\u00e4chtigen \u2013 Fernsehmoderatorin geleitet, diskutieren Expertinnen und Experten zu dem Thema und unterh\u00e4lt eine Theatergruppe mit erhobenem Zeigefinger das geneigte Publikum. Anschliessend gibt es eine Kleinigkeit zu essen und als Belohnung, sich sensibilisieren zu lassen, 5000 FCFA.<\/p>\n<p>\u00bbSonst w\u00fcrde ja keiner kommen\u00ab &#8211; so die Auskunft der verantwortlichen Organisatorin dieser Veranstaltung, die 2 Millionen FCFA, etwa 3000 Euro gekostet hat, 250 000, etwa 400 Euro, daf\u00fcr, dass die Betroffenen \u00fcberhaupt erscheinen.<\/p>\n<p>Christof Wackernagel<\/p>\n<p>Bamako, den 15-12-2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld stinkt nicht Der Tatort: ACI 2000, die Reichen-Meile Bamakos, in der ein Palast sich an den anderen reiht, einer sch\u00f6ner und in phantasievollerer Architektur gebaut als der andere, wo internationale Hotels stehen, Mercedes eine seiner verglasten Stahlbetonvertretungen hat wie auch Peugeot oder Air France, und wo alle Strassen asphaltiert sind und nachts beleuchtet (beides [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,5],"tags":[],"class_list":["post-226","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afrika","category-dies-und-das"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=226"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":227,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/226\/revisions\/227"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.christofwackernagel.de\/aktuelles\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}